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Marketing-Wissen für lokale Unternehmen

Gastronomie

Plattform-Provisionskosten mit Vertragswerten berechnen

Eine nachvollziehbare Plattformkosten-Rechnung beginnt mit dem eigenen Vertrag. Diese Anleitung trennt Berechnung, Reichweitenwert und Kanalentscheidung.

Aktualisiert am 2026-08-028 Min. LesezeitDr. Yusuf Yılmaz

Plattform-Provisionskosten lassen sich nur zuverlässig berechnen, wenn Sie die Werte aus Ihrem eigenen Vertrag verwenden. Ein allgemeiner Prozentsatz aus einem Forum, einer Werbeanzeige oder einem älteren Vergleich kann für Ihren Betrieb falsch sein. Produkte, Lieferleistungen, Zahlungsabwicklung, Werbung und individuelle Vereinbarungen können die Abrechnung verändern.

Diese Anleitung zeigt deshalb keine pauschale Branchenzahl. Sie erklärt eine prüfbare Rechenmethode, nennt die benötigten Unterlagen und trennt die reine Kostenrechnung von der wirtschaftlichen Entscheidung. Das ist wichtig: Eine errechnete Gebühr ist nicht automatisch ein vermeidbarer Verlust. Eine Plattform kann Reichweite, Technik oder Logistik liefern. Ob der Gegenwert passt, muss getrennt bewertet werden.

Stand: 02.08.2026

Inhaltsverzeichnis

Welche Unterlagen Sie brauchen

Beginnen Sie mit dem aktuellen Vertrag, mindestens einer vollständigen Monatsabrechnung und der Liste gebuchter Zusatzleistungen. Die Vertragsfassung muss zu dem Zeitraum passen, den Sie untersuchen. Wenn sich Konditionen geändert haben, trennen Sie die Zeiträume. Ein Mittelwert aus alten und neuen Bedingungen erschwert die Bewertung.

Notieren Sie drei Werte: den über die Plattform abgewickelten Monatsumsatz, den vertraglichen Provisionssatz und alle monatlichen Fixkosten der Plattform. Prüfen Sie, ob der Umsatz in der Abrechnung brutto oder netto ausgewiesen wird und worauf der Prozentsatz angewendet wird. Verwenden Sie in Ihrer eigenen Tabelle durchgehend dieselbe Basis.

Zusatzpositionen verdienen eine eigene Zeile. Dazu können je nach Vertrag Zahlungsabwicklung, Lieferung, Marketingprodukte, Geräte, Servicepakete oder weitere Gebühren gehören. Die offizielle Partnerseite von Lieferando beschreibt das Angebot für Betriebe; für Ihre Rechnung sind dennoch der unterschriebene Vertrag und die tatsächliche Abrechnung maßgeblich.

Dokumentieren Sie außerdem Stornos, Erstattungen und Korrekturen. Wenn die Plattform eine Position später ausgleicht, muss sie im passenden Zeitraum berücksichtigt werden. Eine einzelne Tagesabrechnung ist oft zu unruhig. Ein vollständiger Monat zeigt wiederkehrende Muster besser.

Die Formel für monatliche Provisionskosten

Die Grundrechnung besteht aus zwei Teilen:

Monatsumsatz über die Plattform × Provisionssatz + monatliche Fixkosten = monatliche Plattformkosten

Der Provisionssatz wird als Dezimalwert eingesetzt. Entscheidend ist nicht, wie ein Anbieter sein Modell allgemein bewirbt, sondern welcher Satz in Ihrer Vereinbarung für die betrachtete Leistung steht. Wenn mehrere Sätze für Abholung, eigene Lieferung oder Plattformlieferung gelten, rechnen Sie diese Umsatzgruppen getrennt.

Der Provisionskosten-Rechner setzt genau diese neutrale Formel um. Das Grundresultat erscheint sofort und ohne E-Mail-Adresse. Der Rechner verwendet keinen voreingestellten Plattformwert. Sie tragen den Satz aus Ihrem Vertrag ein und sehen Monats-, Jahres- und Dreijahreswerte.

Eine getrennte Rechnung pro Bestellart ist genauer als ein Mischsatz. Erstellen Sie beispielsweise je eine Zeile für Abholung und Lieferung. Addieren Sie die Ergebnisse erst am Ende. So bleibt sichtbar, welcher Kanalteil welche Kosten erzeugt. Diese Struktur hilft später auch bei der Frage, ob ein direkter Kanal zunächst nur für Abholung oder Stammgäste aufgebaut werden soll.

Runden Sie erst das Endergebnis auf zwei Nachkommastellen. Wenn Sie jeden Zwischenschritt runden, können sich bei vielen Bestellungen kleine Abweichungen summieren. Vergleichen Sie das Ergebnis anschließend mit der Rechnung. Eine Differenz ist ein Signal, weitere Positionen oder eine andere Berechnungsbasis zu suchen.

Jahres- und Dreijahreswerte richtig lesen

Ein Jahreswert multipliziert die Monatskosten mit zwölf. Ein Dreijahreswert schreibt denselben Monat sechsunddreißig Mal fort. Diese Werte sind Szenarien, keine Prognosen. Umsatz, Vertrag, Preise, Nachfrage und Kanalmix können sich verändern.

Nutzen Sie deshalb mindestens drei Szenarien: einen zurückhaltenden Monat, einen typischen Monat und einen starken Monat. Verwenden Sie echte Vergangenheitswerte, wenn sie verfügbar sind. Saisonale Gastronomie sollte Sommer und Winter nicht aus einem einzigen Durchschnitt ableiten.

Bei längerfristigen Betrachtungen gehören Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen neben die Zahl. Ein rechnerischer Dreijahreswert sagt nicht, dass der Vertrag so lange unverändert bleibt. Er zeigt lediglich die Größenordnung, wenn alle Eingaben konstant wären.

Für Entscheidungen ist zusätzlich der Anteil am Plattformumsatz hilfreich. Teilen Sie die ermittelten Plattformkosten durch den zugehörigen Umsatz. Das Ergebnis beschreibt die Kostenquote dieses Kanals für den betrachteten Zeitraum. Es beschreibt noch nicht die Marge des Restaurants, weil Waren, Personal, Verpackung, Energie und Lieferung fehlen.

Welche Kosten nicht in der Provision stecken

Die Provisionsrechnung bildet nur die eingegebenen Plattformpositionen ab. Sie enthält nicht automatisch den gesamten wirtschaftlichen Aufwand einer Bestellung. Verpackung, Küchenauslastung, Fahrpersonal, Reklamationen, Rückerstattungen und interne Pflege können unabhängig von der Plattform anfallen.

Auch ein eigener Bestellweg ist nicht kostenlos. Ein direkter Kanal kann Einrichtung, laufenden Betrieb, Zahlungsentgelte, Support, Wartung, Inhalte und Werbung benötigen. Wer nur die Plattformprovision mit einer Softwaregrundgebühr vergleicht, stellt unterschiedliche Leistungsumfänge gegenüber.

Erstellen Sie deshalb eine zweite Tabelle für den direkten Kanal. Verwenden Sie konkrete Anbieterangebote und dokumentieren Sie interne Arbeitszeit. Die Seite Online-Bestellsystem für Restaurants zeigt, welche technischen und betrieblichen Fragen vor einer Einführung geklärt werden sollten.

Berücksichtigen Sie zudem den Übergang. Zwei Kanäle können vorübergehend parallel Kosten erzeugen. Das ist nicht automatisch ineffizient. Eine kontrollierte Parallelphase kann verhindern, dass ein funktionierender Zugang abgeschaltet wird, bevor Gäste den direkten Weg kennen.

Reichweite und Kosten getrennt bewerten

Plattformkosten und Plattformwert sind zwei verschiedene Fragen. Der Rechenweg beantwortet: Welche vertraglichen Kosten entstehen bei dem eingegebenen Umsatz? Er beantwortet nicht: Welche Bestellungen wären ohne die Plattform ausgeblieben?

Teilen Sie Bestellungen gedanklich in neue Nachfrage, wiederkehrende Plattformgäste und bekannte Stammgäste. Diese Gruppen lassen sich selten perfekt zuordnen, aber sie helfen bei einer vernünftigen Hypothese. Ein Gast, der das Restaurant erstmals in der App entdeckt, ist anders zu bewerten als ein Stammgast, der auch über Website oder Telefon bestellen würde.

Messen Sie direkte Zugänge datenschutzgerecht. Markierte Links aus dem Google-Unternehmensprofil, der eigenen Website oder einer Kampagne können zeigen, welche Kontaktpunkte genutzt werden. Eine kurze freiwillige Herkunftsfrage kann zusätzliche Hinweise geben. Senden Sie keine personenbezogenen Bestellinformationen an Analysewerkzeuge.

Der Beitrag Google Unternehmensprofil für Restaurants erklärt, wie lokale Informationen und direkte Aktionen gepflegt werden. Der Artikel Lieferplattform und eigenes Bestellsystem im Vergleich vertieft die Rollen beider Kanäle.

Vom Ergebnis zur Kanalentscheidung

Übertragen Sie die Monatswerte in eine einfache Entscheidungstabelle. Eine Spalte enthält Kosten, eine zweite die bereitgestellte Leistung, eine dritte die Abhängigkeit und eine vierte die möglichen Alternativen. So wird sichtbar, ob Sie eine Gebühr lediglich senken oder eine andere Leistung selbst übernehmen müssten.

Priorisieren Sie danach einen überprüfbaren nächsten Schritt. Das kann ein Test für direkte Abholung, eine bessere Verlinkung im Google-Profil, eine schnellere mobile Bestellseite oder eine Bereinigung der Speisekarte sein. Ändern Sie nicht gleichzeitig alle Kanäle. Sonst bleibt unklar, welche Maßnahme gewirkt hat.

Definieren Sie vor dem Test Zeitraum und Erfolgskriterien. Geeignet sind erfolgreiche Bestellungen, Kosten pro abgeschlossener Bestellung, Stornoquote, Supportaufwand und Anteil wiederkehrender direkter Gäste. Eine reine Klickzahl reicht für die Kanalentscheidung nicht.

Ein niedrigerer Plattformanteil ist nur dann ein Fortschritt, wenn die gesamte Nachfrage, Marge und Arbeitsbelastung stimmen. Verschiebt sich eine Bestellung in einen instabilen eigenen Prozess, wurde kein nachhaltiger Vorteil geschaffen. Technik, Kommunikation und Betrieb müssen gemeinsam funktionieren.

Quellen und Methodik

Die Berechnungsmethode basiert auf kaufmännischer Prozentrechnung und den Eingaben des jeweiligen Betriebs. OzyCore Studio verwendet bewusst keinen allgemeinen oder voreingestellten Provisionssatz. Vertrags- und Abrechnungsunterlagen des Betriebs sind die Primärquelle für die konkrete Kalkulation.

Als öffentlich zugänglicher Anbieterhinweis wurde die Lieferando-Partnerseite am 02.08.2026 abgerufen. Marken- und Produktinformationen bleiben Eigentum des jeweiligen Anbieters. Es werden keine fremden Grafiken übernommen. Dieser Beitrag ist eine methodische Einordnung und keine Rechts-, Steuer- oder Vertragsberatung.

Die Rechenformel behandelt den Umsatz als unverändert, wenn Jahres- und Dreijahreswerte gezeigt werden. Reichweite, inkrementelle Nachfrage und betriebliche Folgekosten werden ausdrücklich nicht in den automatisch berechneten Wert eingerechnet. Diese Faktoren müssen getrennt geprüft werden.

Häufige Fragen

Welchen Provisionssatz soll ich verwenden?

Verwenden Sie den Satz aus Ihrem aktuellen Vertrag für die konkrete Bestell- und Lieferart. Gelten mehrere Sätze, rechnen Sie die zugehörigen Umsätze getrennt.

Sind alle Provisionskosten vermeidbar?

Nein. Die Rechnung zeigt vertragliche Kosten, nicht deren Vermeidbarkeit. Eine Plattform kann Reichweite, Zahlung, Technik oder Logistik bereitstellen. Der Gegenwert ist separat zu bewerten.

Warum zeigt der Rechner drei Jahre?

Der Dreijahreswert macht die Größenordnung bei unveränderten Eingaben sichtbar. Er ist keine Prognose und berücksichtigt keine Vertrags-, Umsatz- oder Preisänderung.

Muss ich für das Ergebnis meine E-Mail-Adresse angeben?

Nein. Das Grundresultat ist offen. Nur eine freiwillig angeforderte Detailauswertung wird per E-Mail versendet. Eine zusätzliche Marketingeinwilligung ist separat und standardmäßig nicht ausgewählt.

Kann ich damit einen Anbieter rechtlich prüfen?

Nein. Der Rechner führt eine mathematische Kalkulation mit Ihren Angaben durch. Vertragsklauseln, Steuerfragen und rechtliche Pflichten müssen fachlich geprüft werden.

Was ist der sinnvollste nächste Schritt?

Gleichen Sie das Ergebnis mit einer echten Monatsabrechnung ab. Prüfen Sie danach Reichweite, enthaltene Leistungen und die Kosten eines realistischen direkten Kanals. Erst diese Gesamtsicht trägt eine Entscheidung.